Kein Anlass für Konkurrenzdenken

Interview mit den Sprechern der NABU-Gruppe Ibbenbüren

Es ist noch gar nicht lange her, dass sich in Ibbenbüren eine Gruppe des NABU gegründet hat. Im Januar war das.

Mit dem Rechtsanwalt Axel Kleinmüller und dem früheren Mathematiker Josef Püttschneider hat sie seit März zwei Sprecher. Wir haben uns mit beiden unterhalten.

Warum engagieren Sie sich im NABU?

Josef Püttschneider: Ich war von klein auf schon immer von der Natur begeistert. Und in der aktuellen Situation, wo wir den Planeten fast ausplündern, ist es angesagt, einzugreifen.

Axel Kleinmüller: Bei mir steht im Vordergrund, dass ich merke, dass wir abhängig von der Umwelt sind, aber die Umwelt nicht von uns – was die Gesellschaft eben nicht merkt. Mit der Umweltverschmutzung zerstören wir unsere Lebensgrundlage.

Was haben Sie sich für die nächsten Jahre als Sprecher vorgenommen?

Kleinmüller: Am liebsten diverse Gruppen zu gründen, wo sich eigeninitiativ Menschen einbringen, um das Umweltverständnis in Ibbenbüren zu stärken.

Püttschneider: Es ist dringend erforderlich, dass wir die Menschen in der Region aufklären und vor allem die Jugendlichen einbeziehen. Deshalb fangen wir mit kleinen Exkursionen an. Deswegen machen wir heute zum Beispiel eine Fledermaus-Exkursion am Aasee. Das ist auch an einem Kirmes-Tag attraktiv.

Wie kann man denn das globale Problem Umweltschutz in Ibbenbüren lösen?

Püttschneider: Klein anfangen. Wir wollen Vorträge halten lassen. Wir arbeiten dabei mit der Biologischen Station Kreis Steinfurt zusammen. Das ist eine Möglichkeit, die Leute aufzuklären.

Kleinmüller: Wir wollen zusehen, dass wir aus diversen Bereichen Leute ansprechen. Wir haben jetzt zum Beispiel einen Experten aus dem Bereich Wildbienen gewonnen. Wir hoffen, dass er demnächst einen Workshop zu diesem Thema anbieten kann. Wir sind auch darauf angewiesen, dass sich Interessierte bei uns melden und mit eigenen Vorstellungen unsere Gruppe bereichern.

Gibt es in Ibbenbüren spezifische Probleme, die der NABU angehen könnte?

Püttschneider: Ich sehe da eigentlich keine großen Unterschiede. Wildbienen ist sicherlich ein Thema, ihnen Raum zu schaffen. Die Vermeidung von Plastikmüll auch.

Kleinmüller: Was Umweltverschmutzung angeht, tut sich Ibbenbüren ja nicht hervor. Grubenwasser ist da sicherlich ein Thema. Da bringt sich der Nabu aber ein. Reinhard Mau sitzt für die Umweltverbände in der Grubenwasser AG. Der Aasee ist sicherlich auch ein Thema. Da sind auch viele Fledermäuse unterwegs. Erfreulich ist, dass der Umweltschutzbeauftragte der Stadt uns kontaktiert hat, ob wir nicht in einer Arbeitsgruppe für den Entwurf einer Baumschutzsatzung dabei sein möchten.

Der NABU hat sich also schon ein bisschen bekanntgemacht in der Stadt?

Kleinmüller: Ja, erfreulicherweise.

Wie ist das Verhältnis zu den anderen Verbänden? Ibbenbüren war ja eher ANTL-Gebiet...

Püttschneider: Wenn es möglich ist, kooperieren wir. Da gibt es kein Konkurrenzdenken. Wir wollen in Ibbenbüren eigenständig was auf die Beine stellen. Es gibt keine Berührungspunkte, die Streit geben.

Kleinmüller: Es gibt überhaupt keinen Anlass, in Konkurrenz zu denken. Wir haben ein gemeinsames Interesse: die Umwelt. Es kann nur Zusammenarbeit in Betracht kommen.

Püttschneider: Ich bin auch Mitglied der ANTL.

Der Kontakt zu den Landwirten ist auch so ein Thema – es sind ja auch welche im NABU...

Püttschneider: Die sind zum Glück bei der Stange geblieben. Wir sind vom Landwirtschaftlichen Ortsverband eingeladen worden und haben eine Begehung gemacht. Das sind konventionelle Bauern, die im Sinne der Umwelt agieren. Diesen Kontakt möchten wir auch behalten. Uns ist sehr daran gelegen, sie bei der Stange zu halten. Wir sprechen mit allen, auch mit Firmen wie der RAG.

Foto und Bericht Henning Meyer Veer IVZ Aktuell

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