Landwirte und Naturschützer besichtigen gemeinsam einen „Offenstall“

 

Die NABU Ortsgruppe Steinfurt bemüht sich immer wieder um einen guten Kontakt zwischen Landwirten und Umweltschützern. Miteinander ins Gespräch kommen und sich gemeinsam für Tierwohl und Umwelt einsetzen ist ein Ziel der Gruppe.

 Es sind die kleinen Schritte, die zählen und so kann man den Ausflug zur Hofbesichtigung Bodenkamp in Samern bei Schüttorf sowie die im April erfolgte Hofbesichtigung „Muttergebundene Kälberaufzucht“ auf dem Betrieb Möller in Lentföhrden bei Hamburg als kleine Erfolge werten. Neben einer Gruppe von Landwirten aus dem Steinfurter Raum waren einige Mitglieder des NABU Kreisverbandes Steinfurt zum Hof Bodenkamp gekommen.

Außerdem reiste Angela Dinter vom Verein „PROVIEH“ mit Sitz in Kiel an. Dieser Verein strebt verbesserte Lebensbedingungen für die landwirtschaftlich genutzten Tiere an und unterstützt daher eine bäuerliche, naturnahe und nachhaltige Landwirtschaft. Frau Dinter ist Qualitätsmanagerin und Auditorin (Fleischhygiene und Schlachtung), sowie Fachreferentin (Schwerpunkt Schweine).

Eingeladen zur Stallbesichtigung und einem anschließenden Austausch bei einer Tasse Kaffee hatte Dr. Jens van Bebber, Dipl. Ing. Agr. und Schweinehalter. Auf dem von ihm und seiner Frau Dr. Katja Bodenkamp bewirtschafteten Hof Bodenkamp wird die bisher betriebene konventionelle Schweinemast auf Offenställe umgestellt.

 

Die Idee des Offenstalls ist eine alternative Haltungsform, bei der sich Stallluft und Außenluft auf natürlichem Wege austauschen.

Es gibt einen Auslaufbereich nach draußen und die Tiere können sich selbstständig und nach Belieben hin und her bewegen.

Es gibt Funktionsbereiche  zum Liegen, Fressen, Bewegen, Koten und Harnen. Strohbereiche bieten Ruhen, Schlafen, Wühlen und Spielen an.

Besonders hervorzuheben bei dem Stallkonzept des Hofes Bodenkamp ist die Bodenfütterung, die den Tieren eine möglichst natürliche Futteraufnahme bietet. Zusammen mit allen anderen Aspekten des Offenstalles führt dies zu ausgeglichenen Tieren, die ohne Probleme mit intaktem Ringelschwanz gehalten werden. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Ferkel aus einer Freilandhaltung kommen und die Tiere in einer geschlossenen Wertschöpfungskette mit mittelständischen Betrieben vermarktet werden.

Um Zugang für andere Tierhalter und Marktteilnehmer zu dieser Haltungs- und Vermarktungsalternative zu erleichtern, wurde ein Verein zur Förderung der Offenstallhaltung gegründet.

(www.offenstall.com).

Zurück