Miteinander in den Dialog kommen

Offener Austausch zwischen Nabu und Landwirten

Im Rahmen einer gemeinsamen Blühstreifen- und Waldexkursion haben sich die Nabu-Ibbenbüren und der landwirschaftliche Ortsverein Ibbenbüren offen ausgetauscht.

Als im Januar dieses Jahres die Runde machte, dass sich eine Nabu-Ortsgruppe in Ibbenbüren gründen wollte, wurde dies im landwirtschaftlichen Ortsverband mit Skepsis beobachtet, da man mehr Gegenwind aus der Bevölkerung befürchtete (IVZ berichtete).

Auf der Gründungsversammlung gab es dann auf der einen Seite kontroverse Diskussionen über die hiesige Landwirtschaft, aber auch die Bereitschaft zum offenen Dialog von Nabu-Interessierten und Landwirten gleichermaßen.

Aus diesem Austausch erging die Einladung des landwirtschaftlichen Ortsverbands zu einer Blühstreifen- und Waldexkursion, welche im Juli 2019 auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Storkamp in Dörenthe stattfand, an der auch Revierförster Dr. Georg Berkemeier teilnahm.

Gregor Kitten, Richard Seifert und Helmut Storkamp begrüßten die Teilnehmer der Exkursion von der Nabu-Gruppe Ibbenbüren, bevor es mit Autos zu verschiedenen Flächen in Dörenthe ging. Unter fachkundiger Führung von Helmut Storkamp wurden Blüh- und Schonstreifen, Uferrandstreifen, Blühflächen und Brachen vorgestellt und erklärt.

Im gesamten Kreis Steinfurt seien über 17 Quadratkilometer Agrarflächen auf diese Weise aus der Produktion genommen worden, so Storkamp. Kompensiert werde der daraus resultierende Ertragsausfall durch Fördergelder der EU und des Kreis Steinfurt.

Die Teilnehmer stellten interessiert Fragen zu den verschiedenen Extensivierungsprogrammen und deren ökologischen Beitrag zur Förderung von Biodiversität und Stärkung der Ökosysteme. Die Landwirtschaftskammer NRW, die Biologische Station in Tecklenburg und auch die Untere Naturschutzbehörde in Steinfurt seien Ansprechpartner für die Landwirte, wenn es um Fragen der Durchführung gehe, führten die Landwirte aus.

Nach umfangreichen Informationen im Wiesen- und Feldbereich ging es dann an den Waldrand unterhalb des „Hockenden Weibes“, dem Kletterfelsen und Wahrzeichen von Ibbenbüren.

Dort schilderte Revierförster Dr. Berkemeier die Gefahren für den Wald durch den Klimawandel. Maßnahmen, wie die Umstrukturierung von Nadel- in Laubwald sowie die Wahl robustere Sorten seien hier wichtig. Der Schutz durch Zäune gegen Wildverbiss und Vandalismus und auch der Stellenwert des Waldes als Erholungsgebiet bei gleichzeitiger Rücksichtnahme auf die Umwelt waren weitere Themen. Abschließend kam die Gruppe wieder auf dem Hof Storkamp bei einem kühlen Getränk zusammen, in der auch Info-Material von der Landwirtschaftskammer NRW zur Verfügung gestellt wurde.

Reinhard Mau bedankte sich im Namen der NABU-Gruppe Ibbenbüren bei den drei Landwirten für die Einladung und Durchführung der Exkursion und bei Dr. Berkemeier für seinen Vortrag über den „Wald in Not“ mit einem guten Tropfen.

Landwirte und Naturschützer haben gezeigt, dass sie ein gemeinsames Interesse daran haben, die Umwelt vor Schäden zu bewahren. „Dieser Abend hat deutlich gemacht, dass miteinander im Dialog bleiben der Weg ist wo alle drei, Landwirtschaft, Natur und Umweltschutz einen Gewinn erfahren“, da waren sich alle Teilnehmer einig.

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