Nabu: Insektenschutz ist Vogelschutz

Heimische Pflanzen helfen Vögeln beim Überleben

Wer einen vogelfreundlichen Garten haben möchte, sollte Insekten fördern und Nistmöglichkeitejn anbieten. Dies und noch mehr rät der Nabu. Wer Vögeln in seinem Garten einen reich gedeckten Tisch bieten möchte, pflanzt am besten heimische Gehölze oder Stauden. Das betont der Umweltverband Naturschutzbund Deutschland (NABU) in einem umfangreichen Beitrag auf seiner Homepage. „Für Vögel sind alle Insekten in verschiedenen Lebensphasen als Nahrung attraktiv“, erklärt Norbert Rötker, Schatzmeister der Nabu-Ortsgruppe Ibbenbüren.

Sowohl die Gelege als auch Raupen, Larven und erwachsene Insekten werden besonders im Frühjahr zur Aufzucht der Jungen in großer Zahl benötigt. Selbst Körnerfresser wie Finken und Sperlinge brauchen das tierische Eiweiß für ihre Nachkommen. Würmer oder Spinnen sind zwar keine Insekten, werden jedoch von Meise & Co ebenfalls nicht verschmäht. „Wenn es den Insekten gut geht, freuen sich die Vögel“, bringt es Rötker auf den Punkt. „Vielfalt bei Nahrung und Nistmöglichkeiten ist das A und O bei der Gestaltung eines vogelfreundlichen Gartens“, heben Naturschützer hervor.

Um dieses Gleichgewicht im eigenen Garten oder auf der Terrasse zu erhalten, lässt sich einiges tun. Von Anpflanzungen heimischer Gehölze wie Hartriegel, Schneeball, Vogelbeere, Weißdorn oder Berberitze profitieren beide Tierarten. Sollen im Garten oder auch an Feldrändern Blühstreifen angelegt werden, ist unbedingt auf Regio-Saatgut zu achten, denn die Standortansprüche an Bodenbeschaffenheit oder Bedürfnisse der Tierwelt unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland teilweise beträchtlich. Landwirtschaftliche Betriebe werden bei der Finanzierung durch Förderprogramme der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Da auf dem Speiseplan von Singvögeln im Sommer neben Insekten, Würmern, Larven und Läusen verschiedene Beerenarten, Früchte und Sämereien stehen, sei der Verzicht auf Insektizide und Pestizide ein absolutes Muss, so Rötker. Stauden wie Wegwarte, Wilde Karde und Steinklee oder Blühpflanzen wie Sonnenblumen sind in naturnah gestalteten Gärten echte Hingucker. Dort können Totholzhaufen als Unterschlupf, Nistkästen und Insektenhotels einen Platz finden. Gegen freilaufende Katzen hilft ein stabiler Zaun. Dann können sich die Besitzer das ganze Jahr über am vielstimmigen Konzert der gefiederten Sänger erfreuen. Da in den letzten Jahren das Angebot an Blühpflanzen in der Agrarlandschaft stark zurückgegangen ist, sind insgesamt weniger Insekten unterwegs. „Dies tangiert in der Folge die gesamte Vogelwelt“, sagt Thomas Starkmann, Mitarbeiter der Biologischen Station des Kreises Steinfurt mit Sitz in Tecklenburg. Er weist auf den Kiebitz hin, dessen Junge als Nestflüchter rasch nach dem Schlüpfen eigenständig auf Nahrungssuche gehen.

 

Benjeshecken bieten Vögeln und Kleintieren einen guten Unterschlupf.

Benjeshecken bieten Vögeln und Kleintieren einen guten Unterschlupf. | Foto: Brigitte Striehn

Andere Bodenbrüter wie das Rebhuhn sind ebenso betroffen. Auch ihnen macht es zu schaffen, sofern die „Ackerbegleitflora“ mit Pestiziden weggespritzt und Felder bis an die Ränder bearbeitet werden. Der Kreis Steinfurt fördere freiwillige Maßnahmen für Landwirte zum Anlegen von Blühstreifen und Brachflächen, so Starkmann. Für Hausgärten empfiehlt er ebenfalls heimische Sträucher, Kräuter, Obstbäume und Blumen mit ungefüllten Blüten. Mit einem nicht allzu sehr aufgeräumten Garten, zu dem Komposthaufen, Brennnesseln und „unordentliche“ Holzstapel gehören, sei schon viel gewonnen. Ergänzt mit Nistkästen und Insektenhotels werden Gärten zu Paradiesen für die Vogelwelt und ihre menschlichen Freunde.

Von Redaktion IVZ Bericht Foto Brigitte Striehn

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