Nistkastenreinigung der NABU-Ortsgruppe Rheine

Wie bereits in den vergangenen Jahren traf sich auch diesen Spätherbst die Ortsgruppe des NABU Rheine, um im Stadtgebiet verteilte Nistkästen zu kontrollieren und zu reinigen. Gerade in Zeiten, in denen der inzwischen nachgewiesene Rückgang der Insekten Vögeln und Fledermäusen zunehmend eine wesentliche Lebensgrundlage entzieht, sieht der NABU es als wichtig an, sich ein stetiges Bild von der Situation zu machen und möglichst unmittelbar Eindrücke zu sammeln, wie es um die Natur bestellt ist.

Am frühen Samstagmorgen trafen sich die Mitglieder. Im Arbeitsdress, gut ausgerüstet mit Leitern, Spachteln und der Kontrollliste ging es an die Arbeit. Immerhin  66  NABU-Nistkästen waren zu überprüfen.

Begonnen wurde im Walshagenpark, wo als Besonderheit wie schon im vergangenen Jahr ein Fledermausnachweis gelang und die seltene Gelegenheit bestand, eine Fledermaus bei Tag ruhend zu sehen. Ein Abendsegler nutzte einen der angebrachten Fledermauskästen vor der bald anstehenden Winterruhe als Tagesquartier.

Als nächstes stand als Örtlichkeit das Heimathaus Hovesaat auf dem Programm, wo der NABU ebenfalls einige Nistangebote zu verzeichnen hat und wo die Ortsgruppe Rheine seit diesem Jahr den Heimatverein bei der Pflege und Optimierung der dortigen Obstwiesen unterstützt. Den Lebensraum am Heimathaus Hovesaat nutzt neben vielen anderen Arten nachweislich die Schleiereule, auch wenn diese bei der Reinigung ihres Nistkastens nicht angetroffen wurde. Die dicke Lage an Mäusegewöllen im Nistkasten deutet aber eindeutig auf eine diesjährige Belegung des für sie angebrachten Kastens hin, so dass nach der Reinigung 2018 auf eine Brut gehofft werden darf.

Bei einer Teepause und mit dem ersten Christstollen des Jahres genossen die ehrenamtlichen Naturschützer der Ortsgruppe den sonnigen Herbsttag, bevor es weiter ging zu den verbleibenden Nistkästen am Friedhof Eschendorf und am noch ausstehenden Areal des Wäldchens bei Cordesmeyer. Hier wartete als letzte Überraschung ein in einem Starenkasten schlafendes Eichhörnchen auf die Kontrolleure.

Pünktlich um 14 Uhr konnte der Feierabend eingeläutet werden. Das Fazit der Nistkästenkontrollen fällt gemischt aus. Einerseits hat die Aktion gezeigt, dass zwischen den Routinearbeiten auch immer ein paar Überraschungen und Highlights für die Teilnehmer dabei sind. Besorgniserregend erscheint dagegen, dass etwa nur knapp die Hälfte aller Kästen belegt war, obwohl die Habitate eine bessere Belegungsquote erwarten lassen.

Die Ortsgruppe hofft vor diesem Hintergrund, dass der Natur vor der Haustür wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt und Bedeutung beigemessen wird und der allgemeine Artenrückgang nicht auch noch bislang ungefährdete Gartenvögel erreicht. Die NABU Ortsgruppe Rheine würde sich über weitere am aktiven Naturschutz Interessierte freuen.

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