Obstbaumschnitt interessant und anschaulich vermittelt

Olaf Titlus gab Erfahrungen beim NABU-Seminar weiter

Rheine. Erst theoretisch, dann praktisch vermittelte am Samstagmorgen Olaf Titlus beim vom NABU Rheine angebotenen Obstbaumschnittseminar, worauf es beim Beschneiden von Obstbäumen ankommt. Olaf Titlus, Teamsprecher der befreundeten NABU-Gruppe Neuenkirchen/Wettringen, konnte von den Rheinenser Naturschützern als erfahrener Fachmann im Beschneiden von Obstbäumen für das Seminar gewonnen werden. Er erläuterte vor mehr als 20 Teilnehmern die wesentlichen Grundlagen des Obstbaumschnitts in den von den Mitgliedern des Heimatvereins erst kürzlich neu hergerichteten Präsentations- und Ausstellungsraum am Heimathaus Hovesaat. Angefangen von der „Baumansprache“, bei der zunächst der Baum in Augenschein genommen wird und Auffälligkeiten und zu behebende Probleme gesichtet werden, ging es weiter zum korrekten Schnittansatz und zu den möglichen Reaktionen der Bäume.

 

Ziel der Beschneidung ist es zumeist, den Baum und seinen Ertrag zu fördern. Bei jungen Bäumen dient der Schnitt im Wesentlichen der „Erziehung“, d.h. der Wachstumssteuerung. Beim Wachstum sollte das Ziel sein, die Statik des Baums durch einen gleichmäßigen Kronenaufbau zu fördern und dabei gleichzeitig die Belichtung zu optimieren. So können wichtige Grundlagen für die Langlebigkeit und den späteren Ertrag gelegt werden.

Bei gereiften oder alten Bäumen dienen Schnitte vermehrt der Pflege. Dabei ist besonders auf Problemstellen, z.B. von Krankheiten befallenen Ästen, Scheuerstellen oder zu großem Ausladen von Ästen (Bruchgefahr), zu achten. Als eine natürliche Reaktion und erste Kompensation der Beschneidung können nach Schnittarbeiten ertragsmindernde Wassertriebe aufkommen. Solche Triebe schießen oft steil nach oben ohne Blütenknospen und später Früchte auszubilden. Es empfiehlt sich daher - in der Regel - solche Triebe am Ansatz vom Stamm wegzuschneiden.

Die theoretischen Grundlagen konnten die Teilnehmer unter Anleitung von Olaf Titlus anschließend draußen in der Streuobstwiese am Heimathaus auch praktisch nachvollziehen.

Praktisch ist der Schnitt beim Obstbaumbestand des Heimathauses Hovesaat auch nötig, denn viele Bäume wurden weitestgehend sich selbst überlassen oder erhielten in den letzten Jahren keinen Pflegeschnitt. Dies nachzubessern hat sich die NABU Ortsgruppe Rheine auf die Fahne geschrieben und arbeitet daran, in den nächsten Jahren eine Vorzeige-Streuobstwiese zu entwickeln, die vielen Pflanzen und Tieren einen optimalen Lebensraum bietet.

Wer Interesse daran hat, hierbei mitzuwirken oder sich über Naturthemen auszutauschen, ist jederzeit herzlich willkommen und kann sich gerne mit der Ortsgruppe Rheine des NABU in Verbindung setzen: http://nabu-kv-st.de/team-rheine.html

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