Plakette für „Schwalbenfreundliches Haus „ in Horstmar

Jürgen Wiesmann, NABU Neuenkirchen/Wettringen zeichnete den Hof Schulze- Pröbsting,-Hundebeck (Ferienhof Reining) in Horstmar mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus „ aus

Das Ehepaar Sofia Schulze Pröbsting und Jürgen Hundebeck aus Horstmar hat ein Herz für Schwalben . Jahr für Jahr ziehen die rasanten Flieger ihre Brut auf dem Ferienhof Reining in der Bauerschaft Schagern auf. In diesem Jahr waren sechs Nester belegt. Vor 14 Tagen zeichnete Jürgen Wiesmann vom NABU Neuenkirchen/Wettringen den Hof mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ und einer Urkunde aus.
Dass das Zusammenleben mit den Sommerboten und Glücksbringern nicht immer so einfach ist machte Schulze -Pröbsting deutlich:“ Natürlich fallen beim Nestbau der Rauchschwalben immer wieder Schlammkügelchen auf den Boden, und auch die Kotausscheidungen sind nicht immer eine Zierde, aber dann wische ich den Boden wieder sauber und freue mich über den Nachwuchs in den Nestern.“
Und Jürgen Wiesmann hatte noch einen Tipp für die Schwalben-Freundin parat. „ Bitte die Kot -Brettchen unter den Nestern nicht zu groß zuschneiden. Denn die Schwalben fliegen gern gradlinig ohne Umwege das Nest an, um den hungrigen Nachwuchs mit Insekten zu versorgen“.

In Nordrhein-Westfalen gibt es immer weniger Schwalben . Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der NABU diesem Trend entgegenwirken und zeichnet auch 2o17 wieder Menschen und Häuser aus, bei und an denen die Glücksbringer willkommen sind.

Denn so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch hier in Nordrhein - Westfalen. Thorsten Wiegers vom NABU Landesverband:“ Eine der Ursachen ist der fortschreitende Verlust von Nistmöglichkeiten. Heute sind viele Viehställe verschlossen. Nicht asphaltierte Feldwege und Hofeinfahrten , ideale Orte für Rauchschwalben , um feuchten Lehm für den Nestbau zu sammeln, sind heute eine Seltenheit.“

Und noch einen Grund für den Rückgang der Schwalben weiß Jürgen Wiesmann:“ Wenn ich früher meine Schwiegereltern in Bayern besuchte, war die Windschutzscheibe meines Autos mit Fliegen und Mücken verschmiert. Heute ist die Scheibe sauber , wenn ich wieder zuhause bin.“

Und in vielen Orten im Kreis Steinfurt waren in diesem Sommer die Mücken-Schutzgitter vor den Fenstern nicht notwendig - es gab keine Mücken!

Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass bis zu 75 Prozent der Insekten verschwunden sein sollen.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ hofft der NABU NRW dazu beizutragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Quartiere zu erhalten und neue zu schaffen.

Bewerben können sich Hausbesitzer , die das Brutgeschehen von Rauch-und Mehlschwalben dulden und fördern, ganz gleich ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt.

Kontakt: Email: Schwalben@NABU-NRW.de

 Fotos und Text :Bernhard Hölscher

v.l. Tochter Jana, Sofia Schulze-Pröbsting, Jürgen Wiesmann vom NABU Neuenkirchen/Wettringen, zuständig für den Schwalben -Schutz

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