Schwalben und Mauersegler in Rheine

Vortrag am 13.04.2018 im gut gefüllten Saal des „Alten Gasthaus Delsen“ in Rheine von Stefan Gerdes, zu dem die NABU-Ortsgruppe Rheine eingeladen hatte.

Stefan Gerdes ist Diplom-Landschaftsökologe und der Ansprechpartner für Schwalben seit 2016 im NABU-KV-Steinfurt. Schon als Kind hatte er großes Interesse an Schwalben und beobachtete sie gern an der Canisius-Schule in Altenrheine, die er besuchte und wo diese immer brüteten.

Als erstes stellte Stefan Gerdes unsere heimischen Schwalben vor, Mehlschwalben, Rauchschwalben, Uferschwalben und Mauersegler und ihre Gemeinsamkeiten. Aus Lehmpfützen holen sich Rauchschwalben Material für ihre kunstvollen Nester. Fotos von Mehlschwalben wurden gezeigt, die sich an Gebäuden im Umfeld von Baustoffunternehmen ihre Nester bauten.

Uferschwalben bauen Bruthöhlen an Steilwänden, sie sind die kleinsten einheimischen Schwalben.

Jürgen Wiesmann vom NABU Neuenkirchen berichtete von einer Brutkolonie am Offlumer See, welche er seit Jahren betreut. Aber auch an einer Großbaustelle hatte sich eine Kolonie niedergelassen, zu der Stefan Gerdes als Fachmann gerufen wurde. Es gab einen Baustopp und erst nach der Kontrolle Ende der Brutzeit konnte die Baustelle wieder freigegeben werden.

Mauersegler – keine Schwalben, sondern Segler – gibt es in der Rheiner Innenstadt am Marktplatz/ Am Thie zu beobachten.

Zugrouten und Überwinterung wurde vorgestellt. Heimzug der Schwalben ist im April und Abzug in der Regel im September. Enorm, dass die Vögel bis zu 20000 km jährlich zurücklegen.

Zum Nestbau führte Stefan Gerdes aus, dass die Nester vor Witterung und Feinden schützen müssen und die Schwalben eine spezielle und materialsparende Bauweise beherrschen. Lehm als Baustoff speichert Wärme und wirkt regulierend auf die Luftfeuchtigkeit. Stroh und Pferdehaare stabilisieren das Bauwerk außerdem.

Zur Bestandsaufnahme der gefährdeten Schwalben wurde der Zoologe und Autor zahlreicher Sachbücher, Josef Reichholf, zitiert:“Der Schwund ist dramatisch!“.

Mehl und Rauchschwalben gelten als gefährdet, die Uferschwalben als stark gefährdet, die Mauersegler derzeit noch als ungefährdet. Was löst die Gefährdung aus? Verschwinden der Lehmpfützen, Insektensterben, Sanierungen (moderner Stallbau) und Nesterbeseitigung.

Was kann man tun? Erhalt von vorhandenen Lebensräumen und öffnen von besiedelten Gebäuden.

Schwalbenfreundliche Gestaltung von Gebäuden und auch künstliche Nisthilfen. Anlegen von Lehmpflützen für Baumaterialien und naturnahe Gartengestaltung. Auch das Spannen einer Leitung als Sitzmöglichkeit wird gern angenommen. Beobachten und Dokumentieren des Bestandes ist wichtig, wie auch die Öffentlichkeitsarbeit. Besonders in der Kinder- und Jugendarbeit soll Artenkenntnis aufgebaut und weitergegeben werden.

Bevor sich Stefan Gerdes bei den sehr interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern bedankte, ging er noch kurz auf die Aktivitäten der NABU-Gruppe Rheine ein und stand dann für viele Fragen zur Verfügung.

 

Ruth Rahe  

Foto von Lars Gremme

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