Tierschutz in der Landwirtschaft

Hofbesichtigung; „Muttergebundene Kälberaufzucht“ in Lentföhrden bei Hans und Anette Möller.

Eine Aktion der NABU-Gruppe Borghorst mit PROVIEH

Sehr interessiert waren die Teilnehmer der Fahrt nach Schleswig Holstein, die Renate Waltermann von der NABU-Gruppe Borghorst und PROVIEH e.V. Kiel organisiert hatten. Stefanie Pöpken, Diplom-Agraringenieurin und Fachreferentin mit Schwerpunkt Geflügel und Rinder, war vielen der Gruppe schon von der Fortbildung „Milchviehhaltung“ im September 2017 im NABU-Zentrum Steinfurt-Borghorst bestens bekannt, bei der auch der Wunsch entstand, artgerechte ethische Tierhaltung kennenzulernen.


Hans Möller begrüßte die Gruppe und stellte zunächst sich und die Öko-Melkburen vor. Es sind Landwirte aus der Region nördlich von Hamburg - die Höfe liegen weniger als 50 km von der Stadtgrenze entfernt. Die Familienbetriebe werden nach strengen Bioland-Richtlinien geführt. Dann zeigte er uns seinen Betrieb, den Wilhelminen-Hof, der den Namen seiner Urgroßmutter trägt. So erlebten wir die muttergebundene Kälberaufzucht und die Aufzucht der männlichen Kälber hautnah, was sehr beeindruckend für alle war. Einen neu angelegten Gemüsegarten gab es zu bewundern und dann ging es in den Melkstall.

Als der Rundgang beendet war, gab es Kaffee und weitere Informationen, u.a. über die „Solidarische Landwirtschaft“, ein tolles Konzept, welches sich durch einen direkten und lokalen Zusammenschluss von Verbrauchern und Erzeugern auszeichnet.

So erhalten die Verbraucher Transparenz, wo, wie und wer die Lebensmittel anbaut. Hans Möller berichtete weiter, wie er die Veränderungen in seinem Betrieb erlebt, die ihn vom Markt-und Konkurrenzdruck befreit. Die Saison kann er besser planen und Lebensmittel ohne Ausbeutung von Natur und Mensch erzeugen, hat die direkte Rückmeldung des Verbrauchers und kann im Vertrauen auf eine faire Vermarktung Lebensmittel produzieren. Deutlich wurde bei den Ausführungen, wie wichtig für Hans Möller die artgerechte ethische Tierhaltung, die Muttergebundene Kälberaufzucht und die Aufzucht der männlichen Kälber ist. Regionalität und Exklusivität der Produkte, die auch uns zur Verkostung zur Verfügung standen, und die Erhaltung alter Nutztierrassen sind ihm ein Anliegen, aber auch ein Umwelt- und Ressourcenschonendes Wirtschaften, ein Wirtschaften nach dem Modell der Gemeinwohlökonomie und Netzwerkarbeit, z.B. Regionalwert AG Hamburg liegen ihm am Herzen. Ein beeindruckender Mann, der von seiner Arbeit überzeugen kann, darin waren sich alle Teilnehmer einig.

Reante Waltermann bedankte sich für die Hofführung und den Vortrag und lud Hans Möller nach Steinfurt ein, wo er dann einem größeren Kreis über seine Arbeit und die solidarische Landwirtschaft berichten kann, was Hans Möller gern zusagte.

 

Ruth Rahe

 

„Wer die Würde der Tiere nicht respektiert,

kann sie ihnen nicht nehmen,

aber er verliert seine eigene.“

Albert Schweitzer

(1875 - 1965)

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