NABU freut sich über großen Zuspruch - Kein Verständnis für Betrüger an der Haustür

Auch in der kommenden Woche sind Studentinnen und Studenten bis abends in Ibbenbüren unterwegs, um noch mehr Menschen für den Naturschutz zu begeistern, sei es als aktiv Mitgestaltende in der  Ibbenbürener NABU-Gruppe oder als Förder-Mitglied. Die jungen Menschen sind erkennbar an  ihren NABU-Jacken und -ausweisen und mit Tablets ausgestattet. Die Annahme von Bargeld lehnen sie ab.  

Die bisherige positive Resonanz auf diese Aktion liegt sicherlich auch darin begründet, dass der Naturschutzbund Deutschland mit seinen mehr als 125.000 NABU-Mitgliedern in NRW der mitgliederstärkste Naturschutz- und Umweltverband Deutschlands ist und in diesem Jahr sogar sein 125-jähriges Jubiläum feiert.

 Im Rahmen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft veröffentlicht der Naturschutzbund Deutschland zudem leicht auffindbar zehn Transparenzinformationen. Besonders hervorzuheben ist die politische Unabhängigkeit des NABU, die es erlaubt, Natur- und Umweltschutz auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu praktizieren.

Um dieser gemeinsamen Sache wegen arbeitet der NABU zum Teil eng mit anderen Vereinen und Verbänden sowohl auf Landesebene als auch im Kreis Steinfurt zusammen.

Von sog. Trittbrettfahrern distanziert sich der NABU Kreisverband Steinfurt jedoch ausdrücklich. Für Meldungen über betrügerische Praktiken oder weitere Nachfragen stehen die Geschäftsstellenleiterin (Telefon 02552 – 978262) oder die Vorsitzende (Telefon 0176 99102090) gerne zur Verfügung.

Aufruf zur Teilnahme an der bundesweiten Rebhuhn-Kartierung im Februar/März 2024/25

 

Machen Sie mit bei der Erfassung des Rebhuhns im Kreis Steinfurt, denn „jeder Ruf  zählt“!

Das Rebhuhn ist ein typischer, wenn auch heimlicher  Bewohner unserer  Kulturlandschaft. Man begegnet diesem braungraunen, gut getarnten Hühnervogel in  der strukturreichen Feldflur. Hier bevorzugen Rebhühner offene, häufig auch  kleinräumig strukturierte Landschaften aus Äckern, Brachen, extensivem Grünland  und vielfältigen Saumstrukturen. Das Rebhuhn war noch vor wenigen Jahrzehnten  eine häufige Charakterart der Agrar- und Kulturlandschaft, verzeichnet jedoch in  ganz Deutschland und auch im Kreis Steinfurt starke Bestandseinbußen. Mit einem  großen Anteil landwirtschaftlich genutzter Flächen als bevorzugter Lebensraum hat  das Rebhuhn im landwirtschaftlich geprägten Kreis Steinfurt daher den Status einer  sogenannten „Verantwortungsart“, die auch im besonderen Maße bei der vom Kreis  verfolgten Biodiversitätsstrategie Berücksichtigung  findet.  

Um dem Rebhuhn unter die Flügel zu greifen, haben sich der Dachverband  Deutscher Avifaunisten (DDA), der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V.  (DVL),  die Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August- Universität Göttingen  und 12 weitere Projektpartner in dem Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt  fördern!“ (https://www.rebhuhn-retten.de/) zusammengeschlossen, das im  Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird.

Die Projektpartner rufen in 2024  erstmals zu einer bundesweiten Kartierung auf. Das Ziel dieser Kartierung ist die  Ermittlung der deutschlandweiten Verbreitung und einer flächendeckenden  Ermittlung der Bestandsdichte, diese kann jedoch nur durch die rege Mithilfe  freiwilliger Zählerinnen und Zähler erreicht werden.Die Projektpartner rufen in 2024  erstmals zu einer bundesweiten Kartierung auf. Das Ziel dieser Kartierung ist die  Ermittlung der deutschlandweiten Verbreitung und einer flächendeckenden  Ermittlung der Bestandsdichte, diese kann jedoch nur durch die rege Mithilfe  freiwilliger Zählerinnen und Zähler erreicht werden.  

Die Mitarbeit im Rebhuhn-Monitoring eignet sich auch für den Einstieg ins  ehrenamtliche Vogelmonitoring - die Anforderungen beschränken sich auf die  Artenkenntnis einer Art und die Mitarbeit erfordert  nur wenig Zeit. Die Erfassung von  Rebhühnern für die bundesweite Statistik erfolgt dabei auch im Kreis Steinfurt auf  vorher festgelegten Zählrouten in der offenen Agrarlandschaft. Die einmalige,  ​ jährliche Begehung findet zwischen dem 21. Februar und dem 31. März während der  Abenddämmerung 30 Minuten nach Sonnenuntergang statt. Während der ca.  halbstündigen Erfassung wird die Kartierroute auf einem Feldweg zu Fuß begangen  und alle 150 bis 200 m wird der Balzruf eines Rebhuhns (die so genannte  Klangattrappe, siehe Exkurs) abgespielt. Reaktionen darauf wie auch alle  beobachtetet Rebhühner werden digital oder per Karte erfasst. Spannung ist  garantiert, wenn man nach Abspielen der Klangattrappe gebannt in die Dämmerung  lauscht und hoffentlich eine „Antwort“ bekommt.  Die bundesweite Kartierung läuft dabei Hand in Hand mit dem jährlichen Rebhuhn- Monitoring des Dachverband Deutscher Avifaunisten im Rahmen des  Verbundprojektes und des Programms „Monitoring seltener Brutvögel“. Die  deutschlandweite Beteiligung am Rebhuhn-Monitoring bildet einen wichtigen  Baustein im Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ und trägt wesentlich  zum Schutz der Art bei.

 Um allen Interessierten einen einfachen Einstieg in die bundesweite Rebhuhn- Kartierung bieten zu können, wurde auf einem „Fact Sheet“ Ziele und  Vorgehensweise der Erfassung zusammengefasst und eine Online-Mitmachbörse  zur Vergabe der Zählrouten über den Dachverband Deutscher Avifaunisten  eingerichtet.

 Über die Mitmachbörse können interessierte Bürgerinnen und Bürger  bereits festgelegte Kartierrouten reservieren, neue  Routen können über die DDA- Website (https://www.dda-web.de) angefragt werden.       

 

Freiwilliges ökologisches Jahr beim NABU

Aktiv werden für den Natur- und Artenschutz

Zum 01.08.2024 suchen wir Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber. 

Du bist gerne draußen in der Natur und wolltest dich schon immer für den Umwelt- und Artenschutz engagieren?

Dann ist das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) beim NABU Kreisverband Steinfurt genau das Richtige.

Wir bearbeiten z. B. Pflegeflächen, auf denen oft Rinder und Schafe als vierbeinige Landschaftspfleger entlastende „Pflegearbeiten“ leisten. Unterschiedlichste Aufgabenstellungen an verschiedenen Einsatzorten gestalten die Arbeitstage abwechslungs- und sicher auch lehrreich. Dazu zählen der Bau von Zäunen, das Anlegen von Blänken, Teichen und Tümpeln, das Mähen von Feuchtwiesen und Trockenrasen, das Pflanzen von Obstbäumen auf Streuobstflächen, die Optimierung von Moorlandschaften und Orchideenflächen sowie die Pflege von Heideflächen.

Zudem helfen die FÖJ-ler bei den unterschiedlichsten Aufgaben in unserem Lernstandort, dem NABU-Lehmdorf in Borghorst. Dazu kann je nach Interesse die Unterstützung bei der Kinder- und Jugendarbeit gehören. Wer eher journalistische Ambitionen hat, kann bei der Entstehung unseres NABU-Magazins „NATURZEIT im Münsterland“ dabei sein oder sich aktiv - beispielsweise durch eigene Artikel - in die Redaktionsarbeit einbringen.

Darüber hinaus bieten die zahlreichen NABU-Gruppen des Kreises Steinfurt immer wieder interessante Aktionen, Exkursionen oder Mitmach-Angebote, die die FÖJ-ler mitgestalten können. Lehrreiche Einblicke speziell in die Themen „Schwalben“, „Fledermäuse“, „Schmetterlinge“ und „Eulen“ bieten die Auszeichnungen von Privatgärten im gesamten Kreisgebiet, bei denen die FÖJ-ler gern gesehene Gäste sind.  

Bewerbungen/Anfragen bitte an

geschaeftsstelle@nabu-kv-steinfurt.de

oder Ursula Baumgart

Telefon: 02552 - 978262

Hallo,

ich heiße Marvin Herding, werde im März 21 Jahre alt und wohne in Nordwalde.

Seit dem 01.08.2022 führe ich im NABU Kreisverband Steinfurt eine Praktikantenstelle aus und zum 01.12.2023 habe ich das Amt des kommissarischen Geschäftsführers übernommen. 

In den vergangenen nunmehr fast 1,5 Jahren habe ich mich von der Pike auf in zahlreiche Aufgaben rund um den Tätigkeitsbereich eines Geschäftsführers eingearbeitet und konnte dabei auf die intensive Begleitung durch unseren Vorarbeiter Michael Lohmeyer, den bisherigen Geschäftsführer Gisbert Lütke sowie den Vorstand setzen. 

Dazu zählen:   

Der praktische Naturschutz

  • Exkursionen in den NSG
  • Durchführung von Pflege- und Optimierungsmaßnahmen
  • Arbeit mit Klein- und Großgerät (Treckern) 
  • Anschaffung von Maschinen und Verschleißmaterial
  • Flächen- und Herden-Management
  • Tierhaltung (das Seminar für den Sachkundenachweis werde ich im Februar 2024 besuchen)
  • Kalkulation und Anlegen des Vorrats an Winterfutter

Die Verbandsarbeit

  • Teilnahme an den Vorstands- und Verbandsausschuss-Sitzungen seit August 2023
  • Aktive Teilnahme an der Evaluation „Extensive Weidetierhaltung im NABU-Kreisverband Steinfurt“ durch den NABU NRW unter der Leitung der NABU-NRW-Vorsitzenden Dr. Heide Naderer 
  • Abstimmung und Begleitung der Mitgliederwerbung

Die Kaufmännisch-verwaltende Tätigkeiten

  • Angebotskalkulation, Annahme von Ausschreibungen 
  • Instandhaltungsaufträge, Kalkulationen
  • Vertragsabschlüsse (Arbeits-, Pachtverträge)
  • Prüfung sowie Erstellung von Rechnungen
  • Bereitstellung der Fixkosten
  • (Prämien, Anträge und Ausschreibung werden erst im April/Mai ausgearbeitet) 
  • Einarbeitung in die Vorgaben der Abgabenordnung (AO) zum Erhalt der Gemeinnützigkeit

 

Die Arbeitskoordination (Sicherung der vertragskonformen Durchführung) bzgl. 

  • Kreis-Aufträge
  • Aufträge für Straßen NRW 
  • Vertragsnaturschutz und
  • Mitarbeiter-Führung

 

In den kommenden Monaten stehen weitere Anforderungen an, wie beispielsweise 

  • die Bilanzierung des Vereinsvermögens/Jahresabschluss 
  • die Kassenprüfung Anfang Februar
  • und im April die Anträge auf die Flächenprämien 

Warum ich tue, was ich tue?

Ich betreibe gerne Naturschutz im Kreis Steinfurt!

NaturschützerInnen gesucht!

Herzlich Willkommen,

Moritz, Elija, Justus, Philipp, Jens, Siri, Bilal, Christopher, Andreas, Rober und Frederik!

Diese netten Menschen sind zurzeit im Kreisgebiet unterwegs, um den NABU noch bekannter zu machen.

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NABU ohne Nachwuchssorgen

Gisbert Lütke übergibt Amt des Geschäftsführers an Marvin Herding

„Künftig ein bisschen ruhiger“ zu werden, das hat sich der langjährige Geschäftsführer Gisbert Lütke für die kommende Zeit vorgenommen. Ende November hat er sein Amt, welches er seit 2014 mit großer fachlicher Expertise und unnachgiebigem Engagement für den NABU Kreisverband Steinfurt ausführte, an Marvin Herding und somit in jüngere Hände übergeben (Porträt folgt).

Diese Langfrist-Planung war den NABU-Mitgliedern schon auf der Jahreshauptversammlung 2022 bekanntgegeben worden und somit konnte die Amtsübergabe durch eine intensive mehrmonatige Einarbeitungszeit optimal vorbereitet werden. Wir sind schon ein bisschen stolz darauf, dass es dem NABU gelungen ist, junge Menschen zu treffen, die sich für den Natur- und Artenschutz einsetzen und bereit sind, Vorstandsämter zu übernehmen. Das ist sicherlich nicht selbstverständlich.     

Jedoch, da sind sich der Vorstand und die Mitglieder sicher, können sie im Bedarfsfalle auch auf Gisberts langjährigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Zu seiner Erfolgsbilanz zählen insbesondere die Rettung zahlreicher Biotope und wertvoller Lebensräume, die Wiederansiedlung des Uhus im Kreis, die Einrichtung des NABU-Lehmdorfes als zertifizierte BNE-Einrichtung, die Umsetzung des Projektes „Naturschutz mit Biss“, die erfolgreiche Führung mehrerer Klageverfahren und nicht zuletzt die Stärkung der wirtschaftlichen Basis des NABU Kreisverbandes Steinfurt.

Wenn unsere Landesvorsitzende, Frau Dr. Heide Naderer, resümiert: „Du verdienst einen großen und herzlichen Dank für die vielen guten Dinge, die du im KV Steinfurt angestoßen und begleitet hast. Und ich freue mich, dass du auch ohne die GF-Funktion sicherlich bei vielen Aktivitäten des KV weiter eine wichtige Stütze bist und bleibst!“ ist dem nichts mehr hinzuzufügen – außer ein großes DANKE!

 

Kerstin Panhoff

- Vorsitzende -Ein Präsent als Dankeschön!

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Es geht um viel mehr als den Steinkauz!

Warum die K53n nicht gebaut werden darf.

In dem am 23.11.2023 in der WN veröffentlichten Artikel "Verbandsklage: Zu nah am Steinkauz" werden aus unserer Sicht die Belange des Natur- und Artenschutzes nachhaltig negiert. Mitnichten geht es nur um den Schutz eines "wenn auch nur auf den ersten Blick komischen Vogels".

Wenn die Autoren vor der Veröffentlichung auch mit uns gesprochen hätten, hätten wir ihnen unsere Motive, gegen den Bau der K 53n aktiv zu werden, erläutert:

Im Untersuchungsgebiet kommen zahlreiche Biotope mit hoher Bedeutung vor. Darunter fallen der Buchenwald, Eichenwald, Einzelbäume, Baumreihen, -gruppen, Altarme des Emsdettener Mühlenbachs, der Emsdettener Mühlenbach selbst, Gehölzstreifen und Ufergehölz sowie Hecken und Wallhecken. Durch das Bauvorhaben ergeben sich hinsichtlich der Lebensraumfunktion erhebliche bau-, anlage- und betriebsbedingte Wirkungen und Beeinträchtigungen auf Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt.

Dem o.g. Bericht sind keine Hinweise auf die geschützten Alleen des Alleenkatasters, Flächen des Biotopverbundes gem. § 21 BNatSchG, relevante Habitatstrukturen planungsrelevanter Arten und relevante Habitatstrukturen und Standorte von Rote-Liste-Arten zu entnehmen.

Zudem wird mit dem Bau der K53n die ökologische Vernetzung des Emsdettener Venns beeinträchtigt.

Die BI Westumgebung in Emsdetten und wir als verbandsklageberechtigte Institution benötigen jede nur mögliche Unterstützung, um diese Planungen einer juristischen Überprüfung unterziehen zu können. Es würde uns sehr freuen, wenn sich den -mittlerweile- zahlreichen Unterstützern weitere Naturfreundinnen und Naturfreunde anschließen könnten.

Spendenkonto:
 
NABU Kreisverband Steinfurt e.V.

IBAN: DE 84 4035 0005 0000 8643 55
 

Kennwort: Westumgebung

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Abenteuer Blumenwiese - Ohne Krabbler keine Zukunft!

Große Kinderaktion im NABU-Lehmdorf

Sa 19.08.2023 von 15:00 Uhr - 18:00 Uhr, Treffpunkt NABU-Lehmdorf, Ostendorf 10 in Steinfurt-Borghorst.

Wir treffen uns mit vielen anderen NAJUs aus dem Kreis Steinfurt und erforschen die kleinen Tiere unserer Obstwiese. Geeignet für Kinder von der

1. bis 5. Klasse. Kosten: 1,- Euro

Anmeldung unter Ruth Schroer

NABU-Zentrum@NABU-KV-Steinfurt.de

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Krötenretter gesucht!

 
Hilfe bei der Krötenwanderung am Offlumer See
 
Nach dem Erfolg des vergangenen Jahres, wo ca 300 Kröten, Frösche und Molche über die Straße getragen wurden, 
trifft sich der NABU Neuenkirchen /Wettringen am Samstag, 25.2. um 10.00 Uhr an den Trichtertürmen am Offlumer See um den Krötenschutzzaun an der Zufahrtsstraße "Zur Helle" aufzubauen. Naturinteressierte  Helfer können gerne daran teilnehmen  und mithelfen. Hier können auch Informationen über die Handhabung, Ablauf der Kontrollen sowie Informationen zu den Tieren erfragt werden. Diese Aktion ist auch gut von Familien mit Kindern zu bewältigen. Info: Olaf Titlus, 05973-902641 oder olaf.titlus@nabu-kv-st.de

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Streitgespräch über Energiewende und Naturschutz

Gisbert Lütke und Jan-Niclas Gesenhues

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jan-Niclas Gesenhues sorgte für Aufsehen mit seiner Sichtweise auf die Energiewende im Kreis. Mindestens bei Gisbert Lütke, der den Artenschutz dagegenhält. Ein Streitgespräch. Regionen wie der Kreis Steinfurt seien „Leistungsträger der Energiewende“, sagte der Emsdettener Grünen-Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Niclas Gesenhues vor einigen Tagen im Gespräch mit unserer Redaktion. Und lobte die Fortschritte beim Ausbau der Windenergie. Das rief neben anderen auch den Naturschutz auf den Plan, der den Grünen vorwarf, den Natur- und Artenschutz zugunsten der Energiewende und wirtschaftlicher Interessen zu verraten. Wir haben deshalb Grünen-MdB Jan-Niclas Gesenhues und Nabu-Kreisgeschäftsführer Gisbert Lütke unter der Moderation von Redakteur Michael Hagel zum Doppelinterview an einen Tisch gebracht.

Herr Lütke, sind die Grünen jetzt die Feinde des Natur- und Artenschutzes?

Gisbert Lütke: Nein. Wir haben aber einen Dissens, weil einseitig die Belange des Klimaschutzes in die Betrachtung gerückt und der Natur- und Artenschutz dabei etwas übersehen werden.

Herr Gesenhues, Sie haben immer gesagt, dass Klima- und Naturschutz zusammengedacht werden müssen. Gilt das unverändert?

Jan-Niclas Gesenhues: Klar! Die Artenaussterbe-Katastrophe ist mit der Klimakrise die große ökologische Krise unserer Zeit. Ich bin ja selbst Naturschützer und habe auch öffentlich Entscheidungen der Bundesregierung kritisiert, deswegen stehe ich da nicht im Verdacht, besonders unkritisch zu sein. Aber wir haben schon auch einiges im Naturschutzbereich geschafft, etwa bei den Artenhilfsprogrammen oder beim Vier-Milliarden-Euro-Paket für Moore und Feuchtgebiete – das größte Naturschutzpaket der letzten Jahrzehnte.

Als Beobachter hatte man lange Zeit das Gefühl, dass die Grünen und der ehrenamtliche Naturschutz ganz gut zusammengearbeitet haben.

Lütke: Das bezweifeln wir gar nicht, aber wir haben beim Ausbau der Windenergie bei uns im Kreis eine Situation erreicht, die artengefährdende Ausmaße annimmt. Wir haben bei den Vögeln teils massive Bestandsrückgänge. Dennoch werden geschützte Bereiche für die Windenergie in den Fokus genommen. Das Problem ist in der Vergangenheit schon diskutiert worden, deshalb stellt unsere Reaktion gar keine Überraschung dar.

Gesenhues: Für mich ist völlig klar: Naturschutzgebiete sind auszuschließen beim Ausbau der Windenergie. Aber der große Feind der Artenvielfalt ist nicht die Energiewende, sondern eine verfehlte Verkehrs- und Landwirtschaftspolitik. Ja, es gibt bei der Windenergie einen Zielkonflikt, den man bestmöglich lösen muss. Aber klar ist auch: Artenschutz braucht Klimaschutz, denn wenn die Klimakrise weiter eskaliert, dann gehen auch unsere Moore und Feuchtgebiete kaputt.

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