Pädagogisches Konzept

Je mehr wir wahrnehmen und je besser unsere Sinne zusammen arbeiten, desto mehr lernen wir. Das Zusammenspiel der Sinne ergibt die ganzheitliche Wahrnehmung. Damit sich unsere Sinnesorgane weiterentwickeln, müssen sie angeregt werden. Eine wesentliche Voraussetzung für das motorische und kognitive Lernen ist es, sinnliche Erfahrungen in der richtigen Weise miteinander zu verknüpfen und entsprechend darauf zu reagieren.

Wir können Kinder zu einer differenzierten Wahrnehmung verhelfen, indem wir ihnen Reize und Möglichkeiten zum selbstständigen Sammeln von Erfahrungen anbieten. Im Kindesalter vollzieht sich die Wahrnehmung der Umwelt im Aktivsein, vor allem in der Form des Spiels. Diese Aspekte finden in unseren Umweltbildungsangeboten eine besondere Berücksichtigung.

Welche Dimension einer BNE werden berücksichtigt?

Bei unseren Bildungsangeboten steht die ökologische Dimension im Vordergrund. Wir möchten eine positive Einstellung zur Natur vermitteln. Deshalb bringen wir den Kindern Artenkenntnis, Biodiversität und ökologische Zusammenhänge spannend und spielerisch bei. Aus der Erlebniswelt der Kinder (ländlicher Raum) entwickeln sich dabei auch Fragestellungen ökonomischer Belange wie die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen oder die Bejagung des Wildes.

Da wir alle Menschen ansprechen möchten, arbeiten wir auch inklusiv. Wir bilden uns deshalb im Bereich der tiergestützten Intervention weiter fort, um unser Angebot, für Menschen mit besonderen Bedarfen (auch für Erwachsene) auf der Basis praxisgerechter Konzepte und Methoden zu erweitern. Die soziale Dimension der BNE wird durch die Teilhabemöglichkeit aller Menschen an unseren Bildungsveranstaltungen berücksichtigt.

Welche Perspektivwechsel werden angeboten?

Unsere Konzepte basieren zumeist darauf, dass ein Perspektivwechsel Mensch/Tier angeboten wird. Die Kinder schlüpfen spielerisch und erlebnisorientiert in die Rolle des Tieres. Sie erfahren dadurch deren Lebensbedingungen und erkennen die Gefahren, die durch Menschen verursacht werden. Dabei regt der Perspektivwechsel Naturschützer/Landwirt/Jäger zu unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Ideen zu Konfliktlösungen an.

Da unsere Bildungsveranstaltungen fächerübergreifend angelegt sind, wird auch hier ein Perspektivwechsel angeboten. Darüber hinaus werden in den Bildungsveranstaltungen der Sekundarstufe I je nach Thema auch globale Aspekte wie die Auswirkung auf die Welt und Fragestellungen zu Generationengerechtigkeit sowie der ökologischen, ökonomischen und sozialen Gerechtigkeit behandelt, die zu unterschiedlichen Sichtweisen und Wertungen von Problemen anregen.

Wie wird zukunftsorientiertes Denken gefördert?

Durch die Perspektivwechsel entwickeln die Teilnehmenden Empathie gegenüber Tieren, Pflanzen und Menschen, insbesondere in benachteiligten Regionen. Da wir Werte vermitteln, die uns in Verbindung mit Naturschutz wichtig sind, ist gerade die Empathie eine essentielle Voraussetzung für das umweltbewusste Denken und Handeln des Menschen im Umgang mit Leben. Wir zeigen in unseren Bildungsveranstaltungen Schutzmöglichkeiten auf oder regen an, durch das Selbsterleben (in die Rolle des Tieres schlüpfen), eigene Zukunfts- und Verbesserungsideen zu entwickeln.

Entscheidend für zukunftsorientiertes Denken und Handeln ist auch die Förderung der Motivation „etwas zu tun“. Dieses erreichen wir vor allem durch die spielerischen und erlebnisorientierten Elemente der Bildungsveranstaltungen. Die Natur wird positiv (mit Spaß) erlebt und wertgeschätzt.

Aber auch durch unser fachlich und pädagogisch gut geschultes Team, das die eigene Begeisterung über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge sowie die essentielle Bedeutung der Biodiversität den Teilnehmern näher bringt, motiviert als Vorbildcharakter (wir leben das, was wir vermitteln) nachhaltig ein umweltbewusstes Denken und Handeln.

Des Weiteren stimmen wir unsere Veranstaltungen zielgenau auf die Bedürfnisse und den Wissensstand der jeweiligen Teilnehmer ab. Wir bieten für Schulklassen fächerübergreifende und am Lehrplan orientierte Angebote. Dabei vermitteln wir neben Wissen auch Gestaltungskompetenzen. Außerdem wird in unseren Bildungsveranstaltungen die kritische Reflexion unserer Lebensweise, besonders in Hinblick auf die Generationengerechtigkeit und die globale Auswirkung, angeregt und somit das zukunftsorientierte Denken gefördert.

Wie wird Reflexion und Austausch sichergestellt?

Während der Bildungsveranstaltung stehen wir im regen Austausch mit den Teilnehmenden. Aber auch die Teilnehmer untereinander werden zum gegenseitigen Austausch motiviert. Beispielsweise wird das gerade Erlebte mitgeteilt, Entdeckungen gezeigt, Messergebnisse verglichen, eigene Sichtweisen und Problemstellungen erläutert und diskutiert. Darüber hinaus findet am Ende jeder Veranstaltung entweder eine Abschlussrunde statt, in denen die Erfahrungen und das erlernte Wissen kommuniziert und fokussiert werden oder eine Abschlussbesprechung, in der die Messergebnisse analysiert werden. Danach evaluieren die Teilnehmer und die jeweiligen Betreuer die Veranstaltungsqualität.

Welche Bedeutung hat die Partizipation von Veranstaltungsteilnehmenden?

Auf die Wünsche und Fragen der Teilnehmenden reagieren wir offen, in dem die vorgefertigten Konzepte während der Veranstaltung flexibel angepasst werden. Gerade bei mehrtägigen Veranstaltungen können gewünschte Teilaspekte sehr gut integriert oder neue Fragestellungen mit berücksichtigt werden. Beispielsweise steht bei dem BNE-Schulprojekt „Bau eines Forschergartens – Boden ist Leben“ die Partizipation im Vordergrund. Die Teilnehmenden bestimmen durch das selbstständige Planen und Umsetzen ihrer eigenen Ideen den Verlauf des Projektes.

Welche verschiedenen Methoden werden angeboten?

Unsere Bildungsangebote sind handlungs- und erlebnisorientiert angelegt. Die Teilnehmenden sollen die Natur mit allen Sinnen erleben und erforschen. Konzipiert sind unsere Angebote zielgruppenspezifisch. Das betrifft sowohl die Altersstufe (Vorschulkinder bis Sekundarstufe I) als auch den Bildungsgrad (Förderschule bis Gymnasium).

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Bildungskonzepte ist das entdeckende und kooperative Lernen. Forscheraufträge werden zumeist zu zweit oder in Kleingruppen erledigt. Die spielerischen Elemente hingegen werden in Teams oder als Gruppe durchgeführt. Das fördert zugleich Teambildungsprozesse und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Ab dem Grundschulalter gehört zur Methodenvielfalt auch

  • das fragend entwickelnde Gespräch
  • Schülerexperiment
  • künstlerisches und kreatives Gestalten
  • und Werken

und für die Sekundarstufe I (in Abhängigkeit vom Thema)

  • Naturschutzaktion
  • Schülergespräch
  • Interview
  • Recherche
  • selbstorganisiertes Arbeiten

Welche Kompetenzen werden gefördert?

Wichtig ist uns in unserer pädagogischen Arbeit die Vermittlung von Gestaltungskompetenzen, die unsere Teilnehmenden je nach Altersstufe und Bildungsgrad in die Lage versetzen, Probleme, die unsere Lebensweise betreffen, zu erkennen, zu analysieren und nachhaltig nach Lösungen zu suchen.

Folgende Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden in unseren Programmen geschult:

  • Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen

  • Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen können

  • Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln

  • Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können

  • Gemeinsam mit anderen planen und handeln können

  • An kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können

  • Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden

  • Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können

  • Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen können

  • Selbstständig planen und handeln können

  • Empathie für andere zeigen können