Schwalbenschutz in Rheine

Für das Stadtgebiet von Rheine wurde 2016/17 erstmals eine umfassende Mehlschwalbennester-Erfassung durchgeführt.

Die Mehlschwalbe baut ihr Nest in der Regel an überdachte Bereiche der Außenfassade von Gebäuden. Hierin unterscheidet sie sich wesentlich von der verwandten und in Rheine häufigere anzutreffenden Rauchschwalbe, welche für den Nestbau das Innere von Gebäuden, zumeist Stallungen und Scheunen auf Hofstellen mit Tierhaltung aufsucht. Aufgrund dieses Unterschiedes wurden zunächst die leichter zu erfassenden Mehlschwalbennester erfasst.

Abgesucht wurden alle geeigneten und von öffentlichen Straßen einsehbaren Gebäude im Innenbereich, in Einzelfällen auch im Außenbereich. Die Zählung ergab etwa 155 intakte Mehlschwalbennester. Als ‚intakt‘ gewertet wurden auch augenscheinlich im Bau befindliche Nester. Die ermittelte Anzahl spiegelt einen schlechten Erhaltungszustand der lokalen Population der Mehlschwalben in Rheine wider, erinnert man sich an frühere Zeiten, in der die Mehlschwalbe zu den Allerweltsarten der Stadt gehörte und noch vielerorts zum Alltagsbild gehörte.

Die Nester der bevorzugt in Kolonien brütenden Mehlschwalbe verteilen sich heute auf nur noch wenige Bereiche, vorwiegend im westlichen und nördlichen Stadtgebiet mit im einem bis maximal 15 Nestern je Standort / Gebäude. Verblasste Lehmränder zeigen noch an vielen Gebäuden, dass die Mehlschwalbe einst viele weitere Standorte besiedelte, die mittlerweile aufgegeben sind. Der Schwund an Brutkolonien und Einzelnestern geht auf verschiedene Gründe zurück, die es auch den verbliebenen Mehlschwalben immer schwerer machen in Rheine und anderen Städten deutschlandweit zu überdauern.

Ein wesentlicher Grund ist mangelnde Toleranz durch Hauseigentümer bzw. -bewohner, die einhergeht mit Vergrämung und illegaler Nesterbeseitigung. Auch bei vielen Gebäudesanierungen wird der gesetzlich vorgeschriebene Ausgleich offenbar noch nicht geleistet. Kunstnester und Nisthilfen sind derzeit noch absolute Ausnahmen. Dabei sind derartige Maßnahmen angesichts der Gefährdung wichtig und notwendig, will man einen Bestandsrückgang der bereits jetzt gefährdeten Art vermeiden.

Der NABU Rheine möchte mit der Schwalben-AG zu diesem Umdenken beitragen und durch eigenes Handeln zeigen, dass Hilfe möglich und sinnvoll ist.

Die Aufklärungsarbeit und die gezielte Installation von Nisthilfen sind dabei gesetzte vorrangige Ziele der Schwalben-AG des NABU Rheine. Unten finden Sie allgemeine Infos, Bezugsadressen für Kunstnester und Anleitungen zum Eigenbau ebenso wie anschauliche Videos zur Wirksamkeit von Stützungsmaßnahmen.

 

Schwalbenzählung

Ansprechpartner Schwalbenschutz:

Stefan Gerdes

Ich heiße Stefan Gerdes, bin gebürtiger Rheinenser und interessiere mich vor allem für die heimischen Arten unserer Kulturlandschaft.

Seit 2016 engagiere ich mich bei der Ortsgruppe des NABU Rheine schwerpunktmäßig für den Schwalbenschutz und freue mich über Anfragen zum Thema, neue AG-Mitglieder und tatkräftige Unterstützer.

Wer tatkräftig mithelfen möchte, kann sich gerne bei mir melden. Sie können mich bei der Nesterzählung unterstützen (s. auch Zählbogen) oder mir bei der Hängung von Nisthilfen oder mich bei der Anlage und Unterhaltung von Lehmpfützen unterstützen.

Schreiben Sie mich gerne unter der nachfolgenden Email-Adresse an:

Stefan Gerdes, Email: schwalben-rheine@nabu-kv-st.de

 

Links

Nisthilfen